Echo einer Sonne
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Mixed Media auf Leinwand | Acryl, Struktur, Spachteltechnik | 2024
150 x 100 cm,
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In „Echo einer Sonne“ begegnet uns eine abstrakte Bildwelt voller Kontraste, Schwingungen und fragmentierter Strukturen. Im Zentrum des Werks strahlt ein leuchtend gelber Kreis – wie ein energetisches Relikt, ein Symbol für Ursprung, Macht oder Erinnerung. Er wirkt wie eine Sonne – jedoch nicht am Himmel, sondern als Nachbild, Abdruck oder Widerschein im Raum menschlicher Konstruktionen. Ein Echo, das nicht akustisch, sondern visuell durch das Bild hallt.
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Das Werk misst 150 x 100 cm und entfaltet auf dieser Fläche ein spannungsreiches Zusammenspiel zwischen geometrischer Ordnung und spontanem Ausdruck: Halbkreise, Rasterelemente und farbige Flächen werden von schwarzen Kurven und transparenten Schichten durchdrungen. Diese Strukturen wirken wie Architekturen oder Codes – ein visuelles Vokabular, das irgendwo zwischen Urbanität und digitaler Kultur angesiedelt ist.
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Die dominierenden Farben – Tiefschwarz, warme Rottöne, gebrochene Weißflächen und das elektrisierende Gelb – erzeugen eine Atmosphäre der Ambivalenz: Zwischen Wärme und Isolation, Licht und Schatten, Systematik und Zufall. Die gelben Spritzer durchbrechen das kontrollierte Gefüge wie spontane Gedanken in einem rationalen System.
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Im Titel „Echo einer Sonne“ schwingt sowohl Nostalgie als auch Warnung mit: Ist die Sonne, die wir sehen, real – oder nur noch ihr Nachklang in einer Welt künstlicher Lichter und technischer Abläufe? Die Komposition lässt Raum für Spekulationen über die Beziehung von Mensch, Technik und Natur – und verweigert sich gleichzeitig eindeutigen Antworten.
Marcel Klingler



